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Gesetz zur Berichtspflicht jetzt verabschiedet

März 17, 2017

Es gilt als Meilenstein in der nachhaltigen Entwicklung: Am 10.3.17 verabschiedete der Bundestag das „Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten“. Damit sind nun kapitalmarktorientierte Unternehmen (ab 500 Mitarbeiter mit 20 Millionen Euro Bilanzsumme), Banken und Versicherungen bereits ab 2017, standardisiert und messbar verpflichtet, darüber zu informieren, wie sich ihr unternehmerisches Handeln auf Gesellschaft und Umwelt auswirkt: integriert im Geschäftsbericht, parallel zum Geschäftsbericht oder zeitlich nachgeordnet binnen einer gewissen Frist. Im Fall der separaten Berichterstattung ist sie zehn Jahre auf der Internetseite des Unternehmens verfügbar zu machen.

  • Leichte Änderungen – Prüfpflicht: Es gibt, wie schon im Entwurf vorgesehen, keine Pflicht für Unternehmen, die CSR-Berichte extern prüfen zu lassen. Unternehmen, die freiwillig externe Prüfer beauftragen, sind aber verpflichtet, deren Prüfergebnis analog dem Bericht selbst zu veröffentlichen. Die Offenlegungspflicht des Prüfergebnisses gilt erst ab dem Geschäftsjahr 2019, nicht ab sofort, wie im Entwurf vorgesehen.
  • NEU – Veröffentlichungsfrist: Der bisherige Entwurf sah vor, dass parallel veröffentlichte Berichte sechs Monate nach dem Bilanzstichtag veröffentlicht werden müssen. Nun gilt eine kürzere Frist von vier Monaten nach dem Bilanzstichtag, also die gleiche Frist wie für den Konzernlagebericht.
  • NEU – Konzerntöchter: Erleichterungen gibt es für Unternehmenstöchter. Im Entwurf war vorgesehen, dass Tochterunternehmen, deren Konzernmutter in der EU sitzt, keinen gesonderten CSR-Bericht erstellen müssen. Im Gesetz steht nun, dass diese Ausnahme auch für Tochterfirmen von Unternehmen gilt, die außerhalb der EU ansässig sind – allerdings nur, wenn die Konzernmutter einen CSR-Bericht vorlegt, die den EU-Vorschriften entspricht.
  • NEU – Berichtsstandards: Nach welchem Standard die Unternehmen berichten, ist ihnen überlassen. Im bisherigen Entwurf hieß es, es seien „nationale, europäische oder internationale Rahmenwerke“ nutzbar. Im Vergleich zum Entwurf ist neu: Unternehmen müssen auch begründen, wenn sie keinen der bestehenden Standards nutzen.

Was ist mit Unternehmen, die bereits nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex berichten? Der DNK ist laut eines Gutachtens mit der EU-Richtlinie zur CSR-Pflicht kompatibel.

Quelle: http://bit.ly/2nzCMBL

Referentenentwurf zur CSR-Richtlinie vorgelegt

März 27, 2016

Am 11. März hat das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV) den Referentenentwurf zur Umsetzung der sogenannten CSR-Richtlinie (Richtlinie 2014/95/EU) veröffentlicht. Damit ist der erste Schritt zur verpflichtenden Berichterstattung von nichtfinanziellen und die Diversität betreffenden Informationen gemacht. Jetzt läuft bis zum 15. April die Frist zur Stellungnahme, bevor es dann, vermutlich im Sommer, einen Regierungsentwurf geben wird. Bis zum 6. Dezember 2016 muss die EU-Richtlinie dann in nationales Recht umgesetzt sein. Erstmalig angewendet wird sie für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2016 beginnen.

Deutsche Konzerne bei Klimaschutz-Berichterstattung führend

November 25, 2015
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Die deutschen Konzerne unter den weltweit 250 größten Unternehmen (G250) sind im internationalen Vergleich führend, was die Berichterstattung zu den Klimaschutzbemühungen angeht. So informieren sämtliche 18 G250-Unternehmen aus Deutschland über ihre CO2-Emissionen (weltweiter Durchschnitt: 82 Prozent). Und 94 Prozent der G250-Konzerne  hierzulande haben sich auch ein konkretes Ziel zur Senkung dieser Emissionen gesetzt – deutlich mehr als von den internationalen Wettbewerbern (Durchschnitt 52 Prozent). Das hat eine weltweite KPMG-Analyse von 4500 Nachhaltigkeitsberichten ergeben, die heute anlässlich des bevorstehenden UN-Klimaschutzgipfels in Paris veröffentlicht wurde.

Simone Fischer, Head of Sustainability Services Deutschland bei KPMG: „Über 150 Regierungen haben sich bereits dazu verpflichtet, für eine Reduzierung der  CO2-Emissionen ihres Landes zu sorgen, um etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Dadurch wächst der Druck auf Unternehmen, über ihre Klimaschutzanstrengungen zu berichten. Doch nur die Hälfte der 250 größten Unternehmen weltweit hat sich auch konkrete Einsparungsziele für CO2-Emissionen gesetzt. Dazu kommt, dass in vielen Fällen die Fristen dafür Ende dieses Jahres ablaufen, ohne dass bisher neue Ziele festgelegt wurden. Bei den Stakeholdern kann dies schnell zu Verunsicherung führen. Hier besteht deshalb dringender Handlungsbedarf.“

Beim „KPMG Survey of Corporate Responsibility Reporting 2015“ handelt es sich bereits um die neunte Untersuchung dieser Art seit 1993. Seitdem ist der Anteil der Unternehmen, die einen Nachhaltigkeitsbericht vorlegen, weltweit von 12 Prozent auf 73 Prozent gestiegen. Bei über der Hälfte der untersuchten 4500 Unternehmen ist die Nachhaltigkeitsberichterstattung inzwischen in den jährlichen Geschäftsbericht integriert (56 Prozent) – 2011 war dies erst bei 20 Prozent der Fall. Der Anteil der Unternehmen, die sich ihren Nachhaltigkeitsbericht durch einen unabhängigen Prüfer verifizieren lassen, wächst kontinuierlich. Er liegt weltweit bei 42 Prozent und unter den G250 bei 64 Prozent.

Erstmals wurde in diesem Jahr auch die Klimaschutz-Berichterstattung der G250 analysiert. Demzufolge berichten drei Viertel dieser Unternehmen über ihre CO2-Emissionen, von denen sich wiederum 60 Prozent ein Reduktionsziel setzen. Insgesamt hat die Klimaschutz-Berichterstattung der G250 noch Luft nach oben: gemessen an sieben maßgeblichen Kriterien zur Berichterstattung erzielen die G250 im Durchschnitt 51 von 100 erreichbaren Punkten auf einer KPMG-Werteskala; die deutschen Konzerne schneiden dabei mit durchschnittlich 75 Punkten deutlich besser ab.

 

Das neue „Handbuch Stakeholder-Kommunikation“

November 20, 2015

Im Handbuch Stakeholder-Kommunikation geht es um eine überzeugende Sprache in der Unternehmenspraxis. Prof. Dr. Heinz K. Stahl und Prof. Dr. Florian Menz präsentieren eine Fülle von Überlegungen und Anregungen, wie man die Ressource Sprache in den verschiedenen Settings der Stakeholder-Kommunikation einsetzen kann:
Kommunikation als Führungsaufgabe: Was leistet Sprache, und welche Funktion kommt ihr in einer zeitgemäßen Managementkonzeption zu?
Formen und Ziele der Stakeholder-Kommunikation: Wie und in welchen „Arenen“ findet sie statt, z.B. beim Agieren auf Märkten oder im innerbetrieblichen Dialog?
Aktuelle Unternehmenspraxis: Beispiele mündlicher und schriftlicher Kommunikation von ausgewählten Unternehmen zeigen bad und best practice auf. Typischer Marketinjargon wird – zurecht – kritisch beäugt.
Kurz: Es geht um die „Ahnungslosigkeit vom Wesen der Kommuniaktion“, die zu vielen Missgriffen auch in großen, bekannten Unternehmen führt. „Im Dreischritt Mitteilung-Information-Verstehen kommt die Kommunikation allzu häufig nicht über den Schritt der Mitteilung hinaus“, so die Autoren.
Ein erfahrener, guter Kommunikator, der jeden Tag mit Dialog zu tun hat, wird hier für die tägliche Praxis jedoch nichts mehr lernen können. Kommunikatoren, die keine journalistische Schulung hatten und noch am Anfang ihrer Kommunikatorenlaufbahn stehen hingegen können lernen, sich durch das Buch gleich das übliche PR-Geschwätz vieler Broschüren und Berichte abzuwöhnen.
Fokus Management und Führung (FMF), Bd. 4
ERICH SCHMIDT VERLAG ISBN 978 3 503 15607 8
http://www.ESV.info/978 3 503 15607 8

Is CSR blossoming in Russian companies? By Martina Hoffhaus

November 17, 2015

„How can we discuss Corporate Social Responsibility (CSR) if Russian companies do not even pay regularly taxes?“ asks Antonio Linares on the third CSR conference organised by The Moscow Times. The right answer to the CEO of Roca Russia comes from the conference with the title „Why do we engage the corporate charity? Business and media opinions“ itself: More than ever, it is vital and overdue that Russian companies discuss CSR seriously if they want to compete internationally and keep their shares in the global economy.

Is there a Russian CSR tradition? The heritage of state communism

Soviet ideology guaranteed welfare and social security. During the soviet period, companies built up social and cultural institutions like sports clubs and tourist places which belonged to the socialist combine. Corporate organisations offered housing and took care of the heating supply at subsidised prices. With the privatisation of the economy in the 1990ies, companies turned away from the welfare tradition. A result of the growing pressure on companies to compete in a globalised markets.

Why is CSR vital for the Russian economy?

While the trust in the post-soviet era sunk, international investors‘ payed growing attention to non-financial risks before spending their money in Russia expressed in ratings and rankings. They call companies to align strategies and operations with universal principles on human rights, labour, environment and anti-corruption as well as taking actions that advance societal goals. Olesya Koshkina, marketing director of RD Group is the living example of CSR requirements in today’s business: „As a major player in the office and trade real estate market, we want to compete and we need to comply with international standards. CSR activities give us an added value to our business and I am happy that my CEO believes in it.“

What is CSR?

It is the best way to survive economically in the future. And it is a management concept that minimises risks, bonds customers to the brand and creates satisfied employees. A CSR commitment can open the doors of Russian companies to enter into foreign markets. But „in Russia CSR is considered as charity.“, states Natalia Lapshina from Lotte Hotel Moscow. „Sense of responsibility of companies in Russia towards the community and environment is still under development. Very few companies think about CSR strategically.“. And this is what makes the difference. The United Nations defines Corporate Social Responsibility as a strategic concept whereby companies integrate social and environmental concerns in their business operations and interactions with their stakeholders. In this sense, CSR is more than reputation. And it goes beyond charity and sponsoring. Mrs. Lapshina expresses it on instinct: „I feel a mission“.

Do Russian companies use CSR for branding in the Russian media?

„We discussed with all media representatives, but I do not see their interest in bringing these topics to the readers“, sums up Natalia Seregina from Coca-Cola Hellenic Bottling Company. Asked if the panelists use CSR projects for PR they answer: „we are still reluctant“. Natalia invests rather in lobbying than in media coverage. She — one of few Corporate Social Responsibility Manager in Russia — has to make sure that Coke gets clean, not polluted water for the drink productions. She formed a network with stakeholders like Ruspack and Russian recycling companies to work on solutions for waste recovery in a country where the topic is not on the political agenda yet. And she is right when she mentions: „It cannot be done by 15 corporations only. Still too few companies care about. But despite the fact that Russian politics does not promote the establishment of a strong civil society producing strong stakeholders, the discussion is opened. Sooner or later companies will pay their full taxes. Just because their CEOs and citizens will ask for well maintained streets, model education for their children, better pensions and appropriate production conditions for a country that depends on imports.


Martina Hoffhaus is a CSR and sustainability expert and works as Interim Manager Communications and Marketing on demand.

2. CSR-Konfernez in Moskaus mit CEOs dort international agierender Firmen.

2. CSR-Konfernez in Moskaus mit CEOs dort international agierender Firmen.

Bereit für den Nachhaltigkeitsbericht- Leitfaden für Mittelständler

März 16, 2015

Die GRI hat eine Arbeitshilfe für KMUs zur Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichtes – auf Deutsch – herausgegeben. Da KMUs in Sachen Nachhaltigkeitsberichterstattung immer noch sehr hinterherhinken, gibt dieser Leitfaden vielleicht den Kleinen- und Mittelständischen Unternehmen Anreiz und Hilfestellung: Na dann los: Ready-to-Report-SME-booklet-online-German

Deutsche verstehen viele Nachhaltigkeits-Claims nicht

März 12, 2015

Unternehmen sollten sich gut überlegen, mit welchen Worten sie den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen hervorheben wollen. Denn etliche Nachhaltigkeitsclaims – insbesondere zum Thema Klima – sind für die Konsumenten nur wenig verständlich und daher wenig kaufrelevant. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des SVI-Stiftungslehrstuhls für Marketing der HHL Leipzig Graduate School of Management und des GfK Vereins. Die Forscher untersuchten, wie deutsche Verbraucher verschiedene Nachhaltigkeits-Claims wahrnehmen und welche Erwartungen diese bei ihnen auslösen.

Fazit: Die Verständlichkeit eines Claims wirkt sich positiv auf die Kaufrelevanz aus. Ein weiteres: Einfachheit und Klarheit gewinnen. Dabei muss das subjektive Verständnis eines Nachhaltigkeits-Claims nicht immer der objektiven Prüfung standhalten. Auch pauschale und rechtlich nicht geschützte Aussagen wie „Aus kontrolliertem Anbau“ lösen positive Assoziationen beim Konsumenten aus – während die Studie solche Aussagen zu den Negativbeispielen zählt. Das Risiko: Teilweise verbinde der Kunde mit diesen Claims wesentlich höhere Erwartungen. „Die Verbraucher erwarten von einem ‚Wassereffizienten Produkt‘, dass sich ihre Nebenkosten spürbar reduzieren, dass Gemüse und Obst aus ‚kontrolliertem Anbau‘ mit keinerlei gefährlichen Stoffen belastet sind oder dass bei ‚klimaneutral gestellten‘ Flügen CO2-Emissionen nicht nur ausgeglichen, sondern effektiv eingespart werden“, so Claudia Gaspar. Diese Beispiele zeigten, so die Autorinnen, dass Hersteller und Händler im Rahmen der Nachhaltigkeitskommunikation schnell unrealistisch hohe Erwartungen erzeugen, wenn für den Konsumenten das konkrete Produktversprechen nicht nachvollziehbar sei.

Ähnliches zeigt sich auch bei der Zielgruppe „bewusster Einkäufer“, die eine überdurchschnittlich hohe Kauf- und Zahlungsbereitschaft für umweltverträgliche Produkte aufweist. Die Studie zeigt, dass diese Personen die Kaufrelevanz bei allen Claims zwar deutlich positiver bewerten. Dennoch haben auch die bewussten  Einkäufer bei ähnlichen Claims Verständnisprobleme (z. B. zum Thema Klima) und bewerten auch die Negativbeispiele (z.B. „Ökologisch nachhaltig“) nicht kritischer als andere Verbraucher. „Auch gerade bei der bewusst konsumierenden Zielgruppe zeigt sich, dass es für sie schwierig ist, den Informationsgehalt von Nachhaltigkeits-Claims richtig einzustufen und deshalb ein hoher Bedarf für aufklärende Kommunikation besteht“, so Anja Buerke.

Bei der repräsentativen Studie unter 999 Bundesbürgern, die im Januar 2014 im GfK Online-Panel durchgeführt wurde, wurden mehr als 20 Nachhaltigkeits-Claims getestet. Die Studie wurde im Rahmen eines von GS1 Germany sowie vom GfK Verein geförderten Forschungsprojekts durchgeführt. Dabei beschäftigt sich seit Anfang 2013 eine Fachgruppe aus Unternehmensvertretern mit der Erstellung eines Nachhaltigkeitsglossars. Es soll helfen, Standards für die einheitliche Definition und Verwendung nachhaltigkeitsorientierter Begriffe und Produktaussagen zu setzen.

Quelle: www.wuv.de

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